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Nullachtfuffz’n. Krieg und die Spandauer DIN-Norm des Todes

Neue Folge unseres Podcasts „Tiefgang durch die Stadt“ (31.07.2022)

Hören Sie in die neuste Folge unseres Podcasts „Tiefgang durch die Stadt“, in der es um das Leid im Krieg und die Ursprünge der Waffen geht, mit deren Hilfe im Ersten Weltkrieg Millionen Menschen das Leben verloren oder körperlich und psychisch verstümmelt wurden!

Die Folge finden Sie hier.

Raiko Hannemann und Thomas Bryant sprechen über die Geschichte der Spandauer Waffenindustrie, die von 1722 bis 1918 das preußische und später das deutsche Heer mit Waffen aller Art ausstattete.

In Spandau wurden insbesondere vor und während des Ersten Weltkriegs verheerende Waffen entwickelt und massenhaft produziert – darunter das Maschinengewehr MG 08/15. 

„08/15“ ist in den Alltagssprachgebrauch eingegangen als sprichwörtliche Metapher für „gewöhnlich“, „austauschbar“, „nichts besonderes“. Das kommt nicht von ungefähr, denn die Spandauer Entwicklung wurde als erstes vollständig standardisiert und massenhaft produziertes Maschinengewehr zum Geburtshelfer der „Deutschen Industrienorm“ DIN. Während des Ersten Weltkrieges wurden seine einzelnen Bauteile in privaten und staatlichen Industriebetrieben im gesamten Deutschen Reich produziert, um sie schließlich u.a. in Spandau zur massenhaft Tod-bringenden Kriegswaffe endzumontieren.

Während des Gesprächs erkunden Thomas Bryant und Raiko Hannemann die heute bei genauem Hinsehen noch sichtbaren Spuren des einst riesigen Rüstungsindustriegeländes. Leider waren auf dem großen Areal entlang der Havel keine sichtbaren Hinweise auf diese sehr besondere Industriegeschichte zu finden, welche die Stadt Spandau über Jahrhunderte prägte. Dabei sind noch heute zahlreiche Industriegebäude erhalten, die unterschiedlich genutzt werden: Z.T. hat vielfältiges Gewerbe – von Gastronomie und Eventveranstaltern bis hin zu Fahrzeugbau – seinen Platz in den Gebäuden gefunden. Andererseits werden einige noch gut erhaltende Gebäude zu Wohnanlagen umgebaut und ergänzt. Auf Teilen des Geländes befinden sich heute Parkanlagen, Havelbadestrände oder Bootshäuser. Die Spuren der Geschichte des Geländes – von der idyllischen Havelinsel Eiswerder bis zur berühmten Zitadelle Spandau – werden somit deutlich überformt.

Im Zentrum der Podcastfolge, die zudem viele Informationen zum Verlauf der „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“ vermittelt, stehen indes weniger technische Details oder militärische Schlachtengeschichte, sondern vielmehr das Leid und die Schäden, die Waffen im menschlichen Körper und in der Psyche angerichtet haben – und bis heute anrichten.

Hören Sie rein! Diskutieren Sie mit! Schreiben Sie uns Ihre Gedanken zur Thematik unter:

Tiefgang@kliopolis.de

Herzliche Grüße Ihr

Raiko Hannemann

Einige Impressionen des heutigen Zustandes des Geländes sehen Sie folgend:

 

Exkursion ins ehemalige Frauen-KZ Ravensbrück (09.04.2022)

Liebe Mitglieder des Kliopolis e.V., liebe Sympathisant*innen,

 
ich möchte Euch recht herzlich zu unserer Tour durch das ehemalige Frauen-KZ Ravensbrück am 9.4.2022 einladen. Die Tour werde ich als langjähriger freier Mitarbeiter der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück und als Experte zur Geschichte des Ortes übernehmen. 
 
Ravensbrück war das zentrale Frauen-Konzentrationslager im „Dritten Reich“. Es wurde im Frühjahr 1939 als das „modernste“ KZ gegründet und bestand bis April 1945. 1941 wurde ein kleines Männerlager angegliedert und in der Nähe das „Jugendschutzlager Uckermark“ für junge Frauen und Mädchen eröffnet. Mit Fortgang des Krieges entstanden über das Reich verteilt über 40 Außenlager. Das Frauen-KZ Ravensbrück wurde damit zum zentralen Umschlagplatz für weibliche Zwangsarbeit. In den Jahren seines Bestehens wurden etwa 120.000 Frauen und Kinder, 20.000 Männer und 1.200 weibliche Jugendliche als Häftlinge registriert. Zehntausende wurden ermordet, starben an Hunger, Krankheiten oder durch medizinische Experimente. Nach dem Krieg wurde das Areal von der Roten Armee genutzt, die Spuren sind heute noch sichtbar. 
Für die Tour planen wir insgesamt 5-6 Stunden ein. Wir fahren mit dem Zug vom Hauptbahnhof bis nach Fürstenberg/Havel (1 Std.) und laufen dann ca. 30 Minuten bis zur Gedenkstätte. 
 
Treff: 9. April 2022, 8:20 Uhr vor REWE im HAUPTBAHNHOF
Wir nehmen den RE 5 um 8.42 Uhr und sind 9.45 Uhr in Fürstenberg/Havel
 
Die Kosten für die Anreise sind von den Teilnehmer*innnen selbst zu tragen. Am preiswertesten fahren wir mit dem Berlin-Brandenburg-Ticket: 5 Personen = 33 €. 
Die maximale Teilnehmerzahl liegt bei 20. 
 
Für die Anmeldung schreibt bitte einen kurze E-Mail an dr.robertsommer@gmail.com
 
Anmeldeschluss ist der 7.4.2022, 23.59 Uhr. 
 
Ich freue mich über Euer Interesse!
 
Euer
Robert
Dr. Robert Sommer